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+37updown
2005-08-12 12:22:00

Zunächst schreibe ich die Berichte, sortiere beim Obstmann die Äpfel aus den Kakerlaken heraus und übe dann mit einer Freundin von Feras und ihm Klavierspiel zu arabischen Geschichten, die Feras vorliest. Wir wollen am Sonntag einen Abend machen, wo Feras hocharabische Geschichten vorliest und ich das ganze auf dem Klavier begleite.

Nach dem Mittagessen um 17:00 fahren wir dann mit einer deutschen Freundin Julias aus dem Arabischkurs, Kathrin, und ihrem Freund, einem in Frankreich lebenden Libanesen, nach Byblos. Ihr Freund leugnet seine libanesische Identität ein wenig und regt sich andauernd über den Fahrstil der Libanesen auf. Übrigens sind die beiden absolut pünktlich, untypisch für Libanesen. Byblos selbst ist nicht weiter sehenswert. Es besteht vor allem aus phönizischen Ruinen. Hier entstanden die ersten Buchstaben (Alphabet mit 22 Lettern).

Auf dem Rückweg werden wir dann vom Libanesen mit der These konfrontiert, die Deutschen sollten doch die Vergangenheit im zweiten Weltkrieg vergessen und sich in die Zukunft orientieren. Unser Gegenargument, wir seien das einzige Land, welches in irgendeiner Weise seine Vergangenheit verarbeitet hat – wenn es auch bei gewissen Themen gestörte Verhältnisse gibt – sieht er nicht. Im Libanon habe man die Problematik ebenfalls verarbeitet, darüber herrscht zumindest bei uns großer Zweifel.

Wieder da werden Feras und ich verschleiert, es wird uns die Hisbollah- Kappe aufgesetzt und es werden Fotos gemacht. Den Rest des Abends verbringen wir gemütlich daheim.