Zum Mittagessen in der Kantine gab es gerade mit Champignons und Tomaten gefüllte Avocados mit Zucchini. Ich bin momentan beim Studium eines Quantenfeldtheorie-Buches, welches ein Italiener verfasst hat. Dementsprechend romanisch fällt bisweilen auch die Grammatik aus. Um 13:00 gehe ich zu einem Schubert-Konzert im Audimax, wo fast jeden Donnerstag etwas derartiges stattfindet. Interessanterweise zeigen die Asiaten deutlich mehr Interesse an den Kulturveranstaltungen als die Europäer, was aber nicht heißen soll, dass sie sich auch nur annähernd mit Kunst auskennen. Die meisten zumindest nicht.
Vorgestern war ich beim Queen-Musical "We will rock you", was musikalisch auf dem Niveau der Band, von der Handlung her jedoch enttäuschend war. Zum Glück musste ich nicht den regulären Preis von 55 Pfund (77 Euro) zahlen.
Das Essen in unserem Wohnheim nimmt momentan leider etwas ab. Es fehlt an Käse und vernünftigem Brot. Auch scheint mir die Apfellieferung dem Zustand derselben zu Grunde gelegt etwas länger her zu sein.
Ich versuche weiterhin herauszufinden, was nun eigentlich besonders an England ist. Abgesehen von den älteren Generationen. Außer ein paar oberflächlichen Merkmalen -- Frauen kleiden sich wie Huren und trinken deutlich mehr Alkohol, die Männer verhalten sich deutlich ordinärer -- lässt sich bei der Generation Internet kein großer Unterschied bemerken. Sind halt meistens auch nur Menschen. Meine Umgebung hier ist allerdings bei weitem nicht repräsentativ.
Im Übrigen habe ich herausgefunden, dass es mir leichter fällt, unter Alkoholeinfluss Englisch zu sprechen. Müdigkeit kehrt den Effekt um. Gestern Abend war ich kaum in der Lage, ein Wort zu formulieren.