Also in den letzten Tagen ist eigentlich an wesentlichen Dingen nicht viel passiert. Das Leben hier wird eben gewöhnlicher mit der Zeit. Am Donnerstag war ich auf einem Dinner der Wasserballmannschaft der Mediziner. Weil ich es interessanter finde, mit Studierenden einer anderen Fakultät Wasserball zu spielen habe ich mich nämlich zu den Medizinern (zugehörig zur Imperial College School of Medicine), welche sich nicht den gewöhnlichen Imperial Studenten zugehörig fühlen. Dementsprechend bin ich dort auch so ziemlich der einzige Nicht-Mediziner. Abgesehen vom etwas älteren Präsidenten, der wohl eine Abneigung gegen Deutsche hat, wurde ich aber sehr nett aufgenommen.
Die Engländer sind sehr trinkfest. Es gab für jede Person eine komplette Flasche Wein. Und das auf nüchteren Magen, Essen lässt sich ja später noch. Und getrunken wird das nicht etwa stilvoll in kleinen Schlücken, sondern auf "one, two, three" und dann wird ein stramm gefülltes Glas geschluckt. Und so weiter. Nen "Salsa-Kurs" gab es dann auch noch und das Essen (mexikanische Fajitas) war sehr ansprechend. Die Spieler sind fast alle Engländer und zur Hälfte weiblich. Somit also ein gemischtes Team, wie ich es aus Hamburg kenne.
Wie im Hyde Park fürs Fahrradfahren gibt's auch fürs Zuspätkommen Strafen. Hier wird ein Erstsemester des Wasserballteams mit verbundenen Augen "bestraft". Naja, zwischen jeder weiblichen Zuwendung dann ein Glas Wein:
Der Fairness halber sei aber angemerkt, dass in Deutschland die Wasserballer auch sehr trinkbereit sind.
Nunja, heute habe ich dann das Rugby-Finale England gegen Südafrika gesehen. In den Pubs hängen zwar währenddessen auch nur die Leute herum, die man dort erwartet. Aber wie wir ja wissen, wird der Kontakt zur Basis gerade heutzutage immer wichtiger. Insgesamt ist das ganze sehr brutal und nicht unbedingt empfehlenswert. Es geht darum, den Ball hinter die Linie zu bringen. Dazu rennen ein paar Dutzend in Unterhosen angezogene und dafür unverhältnismäßig gut bezahlte Männer auf kurz geschorenem Rasen herum und versuchen durch reißen an der Bekleidung und Stoßen des Torso die Partie für sich zu entscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass die Teilnehmer ähnlich gut ausgebildet sind, entscheidet sich die Partie anhand der Anzahl Freischüsse, welche fast immer verwandelt werden. Naja, Fußball ist auch nicht spannender.
Und dann habe ich noch -- ganz wichtig -- Bilder in meinem Zimmer aufgehängt. Foto folgt eventuell.