Aufgrund der hohen Konkurrenz durch das biologisch zertifizierte Nahrungsmittelangebot der deutschen Drogerieketten, zwingt es teils Reformhäuser, deren Angebot von der Ausrichtung zwar nur in Teilen mit dem Sortiment der Drogeriemärkte deckungsgleich ist, in die Knie. So ist in Sasel bereits eines den Biosupermarkt-ähnlichen Regalen der Drogerien zum Opfer gefallen. Im Einzelfall bedeutet dies oft Hartz IV.
Inzwischen bin ich im Zusammenhang dieser Vorfälle von meiner These abgerückt, Arbeitslose sollten, sobald sie für dem Empfang einer Arbeitslosenunterstützung qualifiziert sind, für den Zahlungserhalt auch eine Arbeitskompensation leisten. Ich bin davon überzeugt, dass eine Gesellschaft nur im Geben und Nehmen funktioniert und leite daraus das Prinzip ab, dass jeder Bürger für die Gesellschaft eine Aufgabe übernehmen muss.
Allerdings sollte es hier die Einschränkung geben, dass diejenigen, welche bereits längere Zeit in Steuertöpfe und Versicherungen eingezahlt haben, die Unterstützung erhalten, ohne dafür Ersatzjobs anzunehmen. Meines Erachtens sollte ein junger Arbeitsloser, welcher noch nicht im Beruf gestanden hat, eine durch das Arbeitsamt zugewiesene Aufgabe annehmen müssen, während ein 10 Jahre selbstständiger Unternehmer, welcher sich für die Gesellschaft in Form seines Unternehmertums engagiert hat oder ein Sozialarbeiter, welcher einen ähnlichen Zeitrahmen seinen Beruf ausgeübt hat, für eine gewisse Zeit, und zwar länger als ein halbes Jahr, Unterstützung vom Staat erhalten.
Revidiert habe ich meine Meinung übrigens auch im Bezug auf die Kritiklosigkeit der aktuellen Generation. In der aktuellen Ausgabe der Zeit ist eine hervorragende Entgegnung auf einen Artikel der vorherigen Ausgabe, in welcher die Kritiklosigkeit der aktuellen Generation angeprangert wurde. Wesentlich überzeugt hat mich das Argument, dass die Ausgangslage der 70er-Jahre-Generation eine andere als die der 2000er ist: Es steht Arbeitssicherheit, solider Sozialstaat und wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber den Herausforderungen einer globalisierten Welt. Zudem entkräften insbesondere die hohen Zahlen nicht-wirtschaftswissenschaftlich und nicht-naturwissenschaftlich orientierter Studenten und das hohe soziale Engagement der Jugend, dass wir vielleicht weniger auf der Straße Scheiben zerschlagen, dafür aber mehr auf die Beine stellen.
Apropos auf die Beine stellen: In meinem eLearning-Projekt Mediabird hat es Fortschritte gegeben: Eine Vorabversion kann man auf unserer Homepage testen.