Ich kann der These, in den Herkunftsländern meiner Nachbarn gebe es weder fließend Wasser noch elektrisches Licht, zwar substantiell nichts entgegensetzen. Doch finde ich, dass im Zuge der Adaption der Sprache und Normen dieses Landes auch Chilenen und Chinesen sich daran gewöhnen sollten, Licht und Ventilatoren beim Verlassen des Bades zu deaktivieren und den Wasserhahn dicht zu verschließen. Schließlich haben sie es binnen kurzer Zeit mühelos gemeistert, die von der Decke hängenden Schnüre mit den Lichtschaltern zu identifizieren. Und das Fenster immer wieder zu schließen, wenn ich dem Gestank ein Ende zu bereiten versuche.
Nicht zuletzt empfehle ich außerdem das Training mit Löffel und Gabel und rate davon ab, Messer als Stäbchen zu benutzen. Im Endeffekt ist das nämlich nur Nährboden für die britische nationalistische Partei, welche in London den Wohnraum wieder "in erster Linie" an Briten vergeben will. Oder die Europa ablehnende Politikgemeinschaft, welche bei Wahlerfolg vermutlich sogar eine Rekolonialisierung der angesprochenen Regionen in Betracht ziehen würde.
Mein eigener Adaptionsprozess läuft derweilen auf Hochtouren. Beim Japaner letztens brauchte es keine Viertelstunde, bis ich schließlich die Holzstäbe verzweifelt zur Seite legen musste -- mit den Händen funktioniert's in allen Kulturen...