Vielleicht ist dem einen oder anderen schon einmal die Ähnlichkeit der deutschen und englischen Sprache aufgefallen. Natürlich gibt es auch Verschiedenartigkeiten, welche es einem deutschen Muttersprachler schwierig machen. Welche Silbe soll beim Wort "Inhomogeneity" betont werden? Wann spricht man "a" wie "a", wann wie "ei", wann wie "äi" und so weiter? Es mag dafür Regeln geben, allerdings gibt es weit mehr Ausnahmen. Die vielen Dinge, die wir in der Schule gelernt haben beziehen sich meist auf das etwas regelmäßigere amerikanische Sprachbild, nicht aber auf das englische.
Viel interessanter sind natürlich die Parallelen. Das Ypsilon ist eine Ligatur der Phrase "ig" des Deutschen. "Happy" stammt vom Wort "Happig", welches nach Grimm für begierig steht und somit den Sinn gut widerspiegelt. Gleiches gilt für "sunny"/sonnig und weitere.
Aus dem Französischen stammt das Wort "train", was im Deutschen für Zug steht.
In den guten alten Zeiten gab's im Englischen auch noch ein ä ("æppel" zum Beispiel statt "apple"). Damals war es klarer, wie man was auszusprechen hat.
Übrigens mögen selbstüberzeugte Sprecher mal folgende Phrase probieren: "That's theory","What's that", "With that stuff". Dabei geht nämlich das schöne Schul-"th" verloren, welches hinter einem "s" nicht ausgesprochen wird. Im Gegensatz zur Schule wird hier auch "namely" für nämlich und "normally" für normal verwendet (anstatt "that is to say" und "usually").
Wer übrigens immer noch daran glaubt, Deutsch sei fast Landessprache der Amerikaner geworden, mag sich mit einer Recherche über die Muehlenberg-Legende vom Gegenteil überzeugen. Zweifelsohne lebt Deutsch aber in den Herzen der Amerikaner weiter. Eine Amerikanerin hat mich danach gefragt, ob ich ein Argument
wisse, warum Deutschland eventuell am ersten Weltkrieg Schuld sei. Und
ihr war das richtig peinlich, weil sie weiß, dass wir komplett
unschuldig waren. Daher musste ich auch gar nichts richtigstellen, habe mich dann allerdings bemüht im Internet ein paar Argumente dafür zu finden, warum das deutsche Reich in Verantwortung dafür gezogen werden könne. Allerdings ist tatsächlich kaum etwas zu finden. Außer der These einer Überreaktion auf Prinz Ferdinand. Die Amerikanerin hat außerdem weiters behauptet, die Deutschen seien auch für den zweiten Weltkrieg nicht verantwortlich, denn es sei ja nur die Fortsetzung des ersten gewesen... Offensichtlich ist deren Geschichtsunterricht doch gar nicht so weit von dem entfernt, was ich am Gymnasium Oberalster erlebt habe.