Diese Woche war Konferenz-Woche. Von Montag bis Donnerstag E-Learning 2009 in Berlin, dann Moodle-Konferenz in Elmshorn. In der Hauptstadt ließ sich dies gut mit einem Besuch meiner Schwester und einem in Freund den ich aus London kenne kombinieren.
Am Sonntag habe ich mit meiner Schwester Julia und Mediabird-Mitgründer Frank einem Poeltry Slam beigewohnt, welcher meine Erwartungshaltung an dieses Genre noch weiter nach unten korrigiert hat. Thema dieser Veranstaltungen ist es, zeitgenössische Dichtkunst originell darzubieten. Der Begriff Originell war in diesem Fall eine andere Lesart von Erbärmlich.
Je exotischer eine Disziplin ist, desto weniger Teilnehmer gibt es; umso leichter gelang es hier völlig ahnungslosen Möchtegern-Poeten auf wenig transparente Art und Weise vermeintlich internationale Titel zu gewinnen. So wurde uns ein unangenehm untersetzter und schwitzender Macho aus Italien mit dem Namen Stefano als Meister Italiens vorgestellt. Tatsächlich kenne ich die italienische Literatur nur rudimentär, glaube jedoch kaum, dass ein sinnlos schreiender Patriot, welcher mit vulgären Andeutungen sexueller Interaktion Berlusconi zu imitieren versuchte, das Erbe von Größen wie Vivaldi oder da Vinci angemessen vertritt. Die weiteren "Künstler" bemühten sich in ihren Landessprachen das Publikum zu amüsieren, was ihn mit Ausnahme unser drei umfassend gelang. Dies erstaunt mich vor allem deshalb, weil ich mir sicher bin, dass die wenigsten Gäste Französisch, Ukrainisch, Schwedisch und die weiteren Muttersprachen der Schausteller bei der gebotenen Vortragsgeschwindigkeit überhaupt auflösen konnten.
Genug davon, am Montag ging es dann zur gemeinsamen Konferenz der GMW (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V.) und der DeLFI (deutsche eLearning-Fachtagung Informatik). Verliehen wurde zudem der Medida-Prix. Wem das alles nichts sagt: Im weitesten Sinne ging es um Mediendidaktik, also um Wege zum Unterricht mit mehr oder weniger intensiver Begleitung durch Computertechnologie.
Dabei haben wir viele neue Eindrücke gewinnen können, welche ich allerdings hier in diesem persönlichen Forum nicht weiter betrachten will. Mehr auf dem Mediabird-Blog.
Von Dienstag bis Donnerstag habe ich dann bei Christoph übernachtet, welchen ich aus London kenne. Dieser wohnt mit seiner Freundin in einer sehr schönen 90qm-Wohnung in Berlin-Moabit, welche warm nicht erheblich mehr kostet als meine 30qm-Wohnung in Hamburg-Eppendorf. Dies liegt seiner Aussage nach vor allem an den Standortgegebenheiten: Zwar ist Bellevue nah, der Knast jedoch auch.
Ich bin immer wieder aufs neue fasziniert von dem Berliner Einrichtungsstil: In einem Zimmer haben die beiden zum Beispiel gekonnt einen Kontrabass positioniert, ein paar stilvolle Kommoden, die Decken sind 4 Meter hoch, Stuck vorhanden, Dielen hat's dort auch. Zwischen den Einrichtungsgegenständen wurde viel Luft gelassen.
Meinen Fotoapparat hatte ich leider nicht dabei.