-13updown
2008-09-01 09:11:00

Nachdem die Engländer in einem Fluss am Meer mit großem Tidenhub ein Kraftwerk in der Größenordnung des 3-Schluchten-Staudamms bauen wollen, um damit die zur Verfügung stehende elektrische Energie im britischen Netz um 5% zu erhöhen, gibt es wieder eine besorgniserregende Nachricht aus der Umweltpolitik. Diesmal soll mit sogenanntem Geoengineering weltweit das Klima mit riesigen Schiffen korrigiert werden, welche Aerosole und Salzpartikel von der Meeresoberfläche aufsaugen und in auf Mikrometer verkleinerter Dosis in die Stratosphäre pusten. Dadurch ließe sich zur Folge eines Artikels in der Telepolis beim Bau 50 solcher Schiffe pro Jahr die Wirkungen des CO2-Ausstoß komplett kompensieren.

Abgesehen davon, dass sowohl bei der 5%-Lösung, als auch bei der CO2-Korrektur nicht in Betracht gezogen wurde, dass sich laut McKinsey und BDI 2/3 des CO2-Ausstoßes bei gleichzeitiger Kostenreduzierung vermeiden lassen, werden vor allem beim Geoengineering die möglichen politischen Folgen nur wenig diskutiert. Wer legt fest, welche Länder aufgewärmt oder abgekühlt werden?

Ähnlich wie in der Politik, welche in ihrer allmählichen Umstellung zur Post-Demokratie zunehmend durch international irrelevante Themen wie der Pendlerpauschale selbst zu rechtfertigen versucht, sehen sich auch die Ingenieure zunehmend dem Druck der Gesellschaft ausgeliefert, endlich Lösungen des Klimaproblems zu liefern. So ist anzunehmen, dass beispielsweise die Wahl der Flettner-Rotoren im obigen Beispiel eher eine Wahl aufgrund technischer Faszination und Abgedrehtheit statt technologischen Realismus ist.